Rek: Ja gut, hier sitzen wir nun. Julia Batzdorf, erste Frage an dich: Was hast du heute gefrühstückt?

Julia: Ich habe ein Eiweißbrot mit gesalzener Butter und Käse und auf der anderen Hälfte so rohen Schinken gegessen.

Rek: Glaubst du an ein Leben danach?

Julia: Boah was? Ist das dein Ernst?

Rek: Ja.

Julia: Schwierig. Vom Kopf her, nein. oder vielleicht so jain. Vom Herz her ja. Weil man sich schwer davon verabschieden kann, sich selbst damit zu befassen, dass man irgendwann nicht mehr atmet. Kennst du das Gefühl? Ich habe das manchmal, wenn ich abends einen Film anschaue oder allein im Bett liege. Dann stelle ich mir vor, dass das irgendwann nicht mehr so ist und man nicht mehr da ist. Das kann man sich aber schwer vorstellen, dass man dann nicht mehr da ist und nicht mehr durch seine Augen sehen kann. Wenn man so ein bisschen esoterisch denkt, würde ich auf jedenfalls ja sagen, weil das Leben ja auch ein Kreislauf ist. Du stirbst und bist vielleicht in irgendeiner Form in einem Baum oder Hund.

Rek: Energie wir weitergegeben. Vielleicht ist man dann das Frühstück für jemand anderen.

Julia: Ein Käsebrot mit gesalzene Butter.

Rek: Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang?

Julia: Ist beides schön. Muss man sich entscheiden? Nein, beides ist schön!

Rek: Was schaust du oder hörst du zum Einschlafen?

Julia: Tatort (lacht).

Rek: Das kann ich mir gut vorstellen. Ah, da fällt mir noch ein Frage ein.
Was fällt dir zu einer weißen Wand ein?

Julia: Erstmal nichts. (lacht)

Rek: Muss da was dran sein?

Julia: Nein, nicht unbedingt. Weil man auch so viel sieht. Dann ist so eine weiße Wand auch mal ganz schön. Aber wenn du in einem whitecube hängst und da hängt gar nichts, dann ist das schon beängstigend. Kommt auch darauf an, wie lange du auf die Wand schaust. Bei 12 Stunden wirst du vielleicht verrückt.

Rek: Deine Objekte sind ja ständig in Bewegung und drehen sich größtenteils. Schonmal so ein richtig großes Ding gedreht?

Julia: Ne, ich glaube nicht.

Rek: Was bedeuten für dich starke Motoren?

Julia: Ich hätte gerne einen richtig starken Motor.

Rek: Einen mechanischen Motor oder auch einen Motor für dich selbst?

Julia: Der Motor für mich selbst ist auf jedenfalls stark ausgeprägt.

Rek: Da fällt mir ein: Wie lange kannst du die Luft anhalten?

Julia: Ich konnte als Kind mal 35 Sekunden die Luft anhalten.

Rek: Ist das eine Bahn?

Julia: Kommt drauf an wie schnell man schwimmt. (lacht)

Rek: (lacht) Warst du dann eine schnelle Schwimmerin?

Julia: Nein. (lacht)

Rek: Boah, das waren schon fast alle Fragen, aber eine hab ich noch. Hast du dich schonmal im Kreis gedreht? Im Alltag oder sonst irgendwo?

Julia: Ich habe mich definitiv schonmal im Kreis gedreht und persönlich auch schon. Ich glaube, das ist auf jeden Fall ein krasse Frage, weil ich mich damit auch künstlerisch beschäftige. Ich vermute, dadurch, dass ich mein Leben lang das Gefühl habe, dass ich mich um den gleichen Punkt drehe, was jetzt aber zu detailliert und persönlich werden würde, um das hier auszuformulieren, denke ich, dass sich es da einfach immer drum dreht.

Rek: Man kann sich ja, obwohl man sich im Kreis dreht, trotzdem vorwärts bewegen. Ein Kreisel muss ja nicht auf einer Stelle stehen bleiben und man ist durch die Drehung standhafter.

Julia: Das hast du schön gesagt.

Rek: Das könnte man so vielleicht als abschließende Worte mitnehmen.

Julia: Das werde ich auf jeden Fall mitnehmen. Krass, da habe ich so noch nie drüber nachgedacht.

Vorhang auf für die Kunst des Monats Mai:
Carina Letzas

Rek.: Herzlich Willkommen!
C.L.: hallooooo

Rek.: Also, Idee: Ein Pop-Up-Buch über den Rekorder. Was springt uns direkt auf Seite 1 entgegen?
C.L.: Vielleicht euer Logo. Die Schallplatte, so als drehendes Element, was einem entgegenkommt, wenn man die Seite öffnet….

Rek.: Ok. Themenwechsel. Erzähl uns was von dir. Was beschäftigt dich grade so? Ist das relevant für deine Kunst?
C.L.: Die letzte Frage dieses Interviews hat mich echt beschäftigt…Aber spaß beiseite: alles ist ja irgendwie relevant für die eigene Arbeit, wie man sich bildet, was man liest, was man sieht. Aber momentan beschäftigt mich etwas anderes: Unser Atelier, welches ich mit zwei Freundinnen gegründet hab, was aber noch in einem ziemlich renovierungsbedürftigen zustand ist, und wo uns noch ziemlich viel Arbeit ins Haus steht – ohne ist gerade aber kein platz zum arbeiten.

Rek.: Arbeitest du lieber tagsüber oder nachts? Warum?
C.L.: Tagsüber. Am liebsten morgens. Direkt aufstehen (ok erst noch ’nen Kaffee, aber dann), direkt an den Arbeitsplatz. Morgens kommen bei mir einfach die besten Sachen zustande, weiss nicht ob das daran liegt, dass da der Tag und die Energie noch so unverbraucht ist – oder weil ich abends lieber auf der Couch sitze und andere Dinge mache.

Rek.: Welchen Film hast du zuletzt gesehen und für gut befunden? Oder was ist mit Büchern – welche Geschichte hat es dir angetan?
C.L.: Film: Keine guten neuen Filme in letzter Zeit gesehen, aber vor einigen Tagen nochmal Victoria von Sebastian Schippers angefangen, und nochmal für den besten deutschen Film seit langer Zeit befunden. Buch: Ich lese grade Spieltrieb von Juli Zeh, sprachlich wie inhaltlich ziemlich intensiv.

Rek.: Letzte Runde. Das beste Getränk um den Abend zu beenden?
C.L.: Ja ey, keine Ahnung. Darüber habe ich ehrlich gesagt noch nie nachgedacht und auch nach langem drüber nachdenken keine passende Antwort parat. Zum Beginn eines Abends, kein problem, da würde ich sagen: Ein Glas Sekt oder eigentlich immer ein Bier, aber letzter Drink? So vorm pennen gehen? Keine Ahnung. Ich muss bald mal bei euch vorbeikommen und das herausfinden.

Rek.: Merci & bis bald!
C.L.: Bis bald ihr supercoolen typen!

Carina Letzas
Kurzbio: geb. 07.10.1990, wohnhaft in Essen,
Abschluss Kommunikationsdesign an der Folkwang UdK 2016
// Kontakt: carina.letzas@gmx.de
https://www.instagram.com/carina_ltzs_illustration/

Vorhang auf für die Kunst des Monats April:
Untergäng Zeitgeist Publishing: Die Mandarine

Rek.: Herzlich Willkommen.

UZP: Merci.

Rek.: So. Mandarine.
Untergäng Zeitgeist Publishing.
Wo geht’s hin?

UZP: Uhm …
Ja wo geht’s hin, wo kommts her –
von ganz tief unten. Und wahrscheinlich wird’s da auch bleiben.

Rek.: Geht es noch tiefer?

UZP: Geht immer tiefer.
Wir sind jetzt bei Null.
Aber es geht auch unter Null.

Also, Richtung Untergang.
Der Untergang ist unendlich.

Rek.: Die Mandarine – Zufall im Untergang?

UZP: Ja …
also die Mandarine ist der offizielle Auftrag.
Der unglaublich schöne Einleitungstext zu den Gedichten sagt eigentlich alles. Was bedeutet das: Mandarine?
Informiert euch.

Rek.: Vielleicht noch ein Gedanke zur erotischen Dimension dieses Projektes?

UZP: Klar. Sauer macht lustig. Die Mandarine spritzt zurück.

Rek.: Letzte Worte?

UZP: Mehr Licht.

Und mehr Untergang.

Rek.: Danke.

UZP: Immer.

Vorhang auf für die Kunst des Monats März: Edwin Innocent

Rek.: Willkommen, willkommen, willkommen!

E.I.: Es ist Rosenmontag. Die Stadt ist voll mit Leuten, die einmal im Jahr sie selbst sein dürfen. Was denkst du?!

Rek.: Und so machen die Kleider dann wohl die Leute. Wie ist das denn bei dir – bleibt der Unschuldige gerne maskiert?

E.I.: Das ist keine Frage der Unschuld. In der Akustik z.B. bezeichnet es den Umstand, dass leisere Töne durch lautere verdeckt werden (Maskierungseffekt). Wir reagieren bei allem zuerst eher auf den dominanteren Reiz. Interessant wird es aber dann, wenn man sich angewöhnt, dahinter zu hören oder zu schauen. Aber das bleibt ja jedem selbst überlassen.

Rek.: Hinter die Dinge zu schauen ist immer interessant, auf jeden Fall. Auch wenn dort dann oftmals nur Staub liegt – auch nicht weniger reizvoll. Und manche Dinge sind einfach von Anfang an Shiny Toys, nicht wahr? Die fallen einem einfach buchstäblich ins Auge. Was liegt dir denn auf der Linse?

E.I.: Na z.B. das Superstar-Image vieler Staatsoberhäupter – ein bisschen Profilneurose braucht man wahrscheinlich, um überhaupt so weit zu kommen. Aber hey, das sind keine Popsternchen, bei denen der Hype um einen schlechten Song irgendwann ohne ernste Konsequenzen vorübergeht. Die sollen Gesellschaft prägen.  S’gibt inzwischen wohl mehr Groupies als Wähler …

Rek.: Ok. Ja, es wird viel von den Dächern getwittert … wo war ich? Ach ja –

pass auf, scheiss Überleitung, aber immerhin! Du hast die Wahl: Wenn du müsstest, würdest du lieber gegen 50 entengroße Pferde kämpfen, oder gegen 1 pferdegroße Ente?

E.I.: Ich glaub, ich würd lieber nur einen überlisten müssen – kann zwar auch schiefgehen, aber Crowd-Sourcing birgt unschätzbares Kapital …

Rek.: Ah ja, da sagst du was. Ansonsten: Vielleicht die 50 entengroßen Crowd-Sourcing Pferde einfach out-sourcen – noch mehr schief gehen kann ja eh kaum. Aber was rede ich hier eigentlich? Sag du’s mir: Sinn oder Verstand?

E.I.: Ich denke, wir haben die wesentlichen Inhalte mit genügend shiny words maskiert. Lass jetzt mal die Ausstellung sehn und ’n Bier drauf trinken. Einverstanden?

Rek.: Keine Frage.

Vorhang auf für die Kunst des Monats: soup.exe

Rek: Moin. Wie gehts?
Soup: Gut so weit, danke. Viel gesehen heute.
Rek: Aus dem Fotoalbum an die Wand: Ein Leben in der Vergangenheit?
Soup: Klar, manchmal. Aber nur für den Moment.
Rek: Und was ist mit der Zukunft?
Soup: Die ist angedeutet.
Rek: In den Fotos?
Soup: Auch, ja. Aber auch in den Nicht-Fotos.
Rek: Und die Gegenwart?
Soup: Ja.
Rek: Und jetzt?
Soup: Open Source. Locker machen.
Rek: Nicht lange überlegen.
Soup: Ja. Obwohl, am besten schon ein bisschen.
Rek: Manchmal bleibt halt nur die Nacht vorher.
Soup: So ungefähr. Und meistens hat die dann auch nur ein paar Stunden.
Rek: Kann man sich darauf verlassen?
Soup: Nein. Aber was soll man machen.
Rek: Manchmal hilft Fotos gucken.
Soup: Ja, manchmal. Ansonsten hilft Kaffee. Und Suppe.

Soup.exe ist eher zufällig hier. Aber bis hier liefs dann auch doch ganz gut.
Vielleicht kommt er noch mal wieder, Fotos sammeln, fürs Album.

Der Rekorder ist eine Kneipe (eine Kunst- & Kulturkneipe, okay okay …), und in Kneipen wird getrunken. Und geredet. Bis zuletzt dann so viel getrunken wurde, dass nicht mehr geredet werden kann. Aber Kunst? Jaja, doch – das geht. Und keine Angst, Kunst hängt bei uns einfach nur an der Wand: Kann man sich anschauen, wenn man will. Darf man auch drüber reden. Oder sich drüber lustig machen. Oder schlicht mit Missachtung strafen. Muss man aber auch nicht. Vor allem aber ist die Kunst im Rekker eines: Jeden Monat neu! Betrachtet den Künstler des Monats als eine kleine, leise Institution, die schon vielen KünstlerInnen Raum geboten hat (und das weiterhin tun wird) – ganz zum Amüsemäng von uns Kneipenfreunden. Insofern:

Vorhang auf für das Künstlerkollekiv des Monats: Die Untergäng.

 Rek:
Herzlich Willkommen! Ihr müsst heute früh ins Bett? Oder trinken wir noch ein Bierchen?

Untergäng:
Ja & Nein.

Rek:
Also, was denn jetzt?

Untergäng:
Kollektive sind halt zwiegespalten.
* Manchmal.
# Gelegentlich.

Rek:
Gut. Ich habe gestern „The Lobster“ gesehen. Im Falle einer Verwandlung in ein Tier – was wäre denn eure Wahl?

Untergäng:
# Irgendwas, das nicht so gern gegessen wird.
* Eine Fledermaus.

Rek:
Ok, und –

Untergäng:
* Ich glaub ich wäre gern ein Faultier. Aber dafür habe ich dann doch zu oft den Drang was zu tun. Oder nein! Ne Nachteule …Vielleicht auch ne Schneeeule.
# Ein Uhu.
* Ein kleiner komischer Kauz.
# Ein Flederpferd!
* Ein Einhorn.
# Sag ich doch, ein Pferd mit Flügeln halt.
* Sag ich doch auch!
* & #: Ein Flederpferd. Das sich von Bier ernährt.
Und von Tränen.

Rek:
Ok. Genug von den Tieren. Hängen die meisten Bilder bei euch zu Hause gerahmt oder loose?

Untergäng:
# Gerahmt.
* Sowohl als auch.
# Ich weiß grade gar nicht. Ich glaub ich häng mich grade neu.
* Überwiegend, ja.

Rek:
Gerahmt oder nicht, hängt ihr zuhause eigene Sachen?

Untergäng:
# Ich hatte so einen großen goldenen Rahmen, da kamen dann eigene Bilder rein. Je nach Laune. So wie sie entstehen, hängen sie dann.
* Joa.

Rek:
Mmh, also –

Untergäng:
# Beziehungen. Braucht immer alles Beziehungen.
* Insofern, dass ich damit was verbinde. Oder ich muss es mit Bedeutung aufladen. So ist das auch mit der Untergäng. Kollektive Autorschaft. Alles enthält Elemente von anderen. Von Menschen mit denen es zusammen enstanden ist.
# Eins.
* Nichts von Einzelmenschen.
# Von Zweizelmenschen.
* Alles aus der Situation heraus.
# Ja.

Rek:
Macht Sinn. Was wollte ich denn jetzt noch mal fragen …

Untergäng:
* & #: So ist dann wohl unsere Frage an dich: Arbeitest du immer so unstrukturiert in deinen Interviews wie wir in unseren Formaten?

Rek:
Ja. Allerdings nicht chaotisch. Eher intuitiv. Insofern ganz passend. Anders Thema: Die Untergäng als Erzählung – wie ist der Plot?

Untergäng:
* Die Untergäng beginnt in der Nacht.
# Passend zu den Tieren.
* Und dann dämmerts. Und dann ist es da.
# Teeniefilm. Horrorszene, Wald. Wir müssen in den Keller. Da spielt sich alles ab.
* Abgekapselt.
# Unerwartet. Zum Beispiel an nem Frühlingstag im Fredenbaum. Und die Ente greift uns an. Da wo Gänse Gyros klauen. Veggiegyros.
* Also mittendrin. Dann wird das Ding eingetütet.
# So nämlich.
* Ist so.
# Das war’s dann auch.

Rek:
Geil. Noch irgendwas für auf den Weg?

Untergäng:
* Fußpilz. Ist doch für den Weg, oder?
# Hansette …Und, schön – wir danken dir für das Gespräch.

Rek:
Ich danke euch auch. Noch was kollektives zum Schluß?

Untergäng:
* & #: Wir hören da auf, wo wir angefangen haben. In der Nacht.

Die Untergäng kennt sich zum Teil mit Permakultur aus. Es wurden Wortbeiträge gehört.

 

Der Rekorder ist eine Kneipe (eine Kunst- & Kulturkneipe, okay okay …), und in Kneipen wird getrunken. Und geredet. Bis zuletzt dann so viel getrunken wurde, dass nicht mehr geredet werden kann. Aber Kunst? Jaja, doch – das geht. Und keine Angst, Kunst hängt bei uns einfach nur an der Wand: Kann man sich anschauen, wenn man will. Darf man auch drüber reden. Oder sich drüber lustig machen. Oder schlicht mit Missachtung strafen. Muss man aber auch nicht. Vor allem aber ist die Kunst im Rekker eines: Jeden Monat neu! Betrachtet den Künstler des Monats als eine kleine, leise Institution, die schon vielen KünstlerInnen Raum geboten hat (und das weiterhin tun wird) – ganz zum Amüsemäng von uns Kneipenfreunden. Insofern – Vorhang auf für den Künstlerin des Monats Dezember: Anna Hauke.

So, Kinder – Dezember. Endlich wieder, oder? Schneematsch, Vanillekipferl, Schnaps im Tee, – was für ein Monat. Was tun? Ganz einfach: Es ist der perfekte Moment, um sich mit Anna Hauke zu einem Gespräch zu treffen. Also, ihr Lieben – das war so …

Rek.: Anna! Schön, endlich finden wir mal Zeit. Sag mal wie geht’s?
Anna: Mmh – Ja … Mit Schnupfen, aber gut. Ich will nicht immer meckern.

Rek.: Cool, Cool. Wann warst du denn das letzte mal im Kino?
Anna: Verdammt – das muss in „Vom Winde verweht“ gewesen sein – vor einem ¾ Jahr, mit Mama.

Rek.: Und? Schönes Erlebnis? Wie fandest du den Film?
Anna: Lang.

Rek.: Ok…
Anna: Ich hab meine Mama aus Düsseldorf entführt, ins Kino im Dortmunder U gesetzt –
ohne das sie eine Ahnung hatte, dass sie ihr Lieblingsfilm erwartet …

Rek.: Der Klassiker …
Anna: Naja. Anderes Thema. Ich hab auch mal ne Frage: Was ist dein Hobby?

Rek.: Mein Hobby? Bilder gucken. Und deines?
Anna: Also zur Zeit zum großen Jammer meines Freundes: Fische gucken.

Rek.: Ach was! Gehst du tauchen? So mit Brille und Flasche?
Anna: Nein! Ich setz mich mit nem Kaffee vor’s Aquarium. Wohnzimmertauchen.

Rek.: Oh – na gut. Und was ist dein Lieblingsfisch?
Anna: So. Mein Lieblingsfisch heißt Helmut. Er kann ein bisschen fliegen. Deswegen muss man aufpassen, dass seine Flugeskapaden nicht auf dem Teppichboden enden.

Rek.: Das wäre ein schreckliches Szenario. Aber wir sind ja auch schon fast am Ende hier – zeichne doch noch mal ein schönes Bild! Also in Gedanken …
Anna: Vom Fisch?

Rek.: Ähh – ja. Oder nein. Egal. Sag mal – das war toll mit dir zu quatschen! Willst du noch was spezielles loswerden?
Anna: Nö. Jetzt im Moment grade nicht, nein. Tschüss.

Anna Hauke arbeitet und lebt in Dortmund & ist Teil der Atelier-Schreinere-Bande.

Der Rekorder ist eine Kneipe (eine Kunst- & Kulturkneipe, okay okay …), und in Kneipen wird getrunken. Und geredet. Bis zuletzt dann so viel getrunken wurde, dass nicht mehr geredet werden kann. Aber Kunst? Jaja, doch – das geht. Und keine Angst, Kunst hängt bei uns einfach nur an der Wand: Kann man sich anschauen, wenn man will. Darf man auch drüber reden. Oder sich drüber lustig machen. Oder schlicht mit Missachtung strafen. Muss man aber auch nicht. Vor allem aber ist die Kunst im Rekker eines: Jeden Monat neu! Betrachtet den Künstler des Monats als eine kleine, leise Institution, die schon vielen KünstlerInnen Raum geboten hat (und das weiterhin tun wird) – ganz zum Amüsemäng von uns Kneipenfreunden. Insofern: Vorhang auf für Kunst im Monat November: Friede F. Mathilda:

Rek: Schön, dass du da bist. Wie bist du hier hergekommen?
FFM: So wie alle anderen auch, ich hab mich nicht her teleportiert. Leider.

Rek: Wars schlimm?
FFM: Nein, war ganz ok. Ich bin diese Art der Fortbewegung ja gewöhnt.

Rek: Hast du einen Hund?
FFM: Nein, keinen Hund. Das muss für mich auch gar nicht sein, Hundehaltung ist nichts für mich. Sowieso, ich kann mit Haustieren nichts anfangen. Einmal ein Hund sein hingegen, dass … – ja, dass hätte was. Aber dann bitte keiner, der in einer festen Beziehung steckt.

Rek: Einmal ein Hund sein? Was interessiert dich daran?
FFM: Hmm? Was? Entschuldigung, ich war grade woanders – also … ja. Was weiß ich denn – ist doch interessant. Einmal ein Hund sein halt, das sagt sich doch so. Das geht mir jetzt aber auch zu nahe. Das wird mir zu philosophisch hier.

Rek: Dein Auge sieht so komisch aus, oh je, ist das indiskret… darf ich fragen?
FFM: Wieso? Die Frage verstehe ich jetzt nicht. Aber nein, nein – alles Ordnung. Also, da fällt mir ein – das ist ein wenig bizarr jetzt. Ich hatte heute Nacht einen Traum, von einem toten Esel und einem Klavier … keine Ahnung wie ich jetzt darauf komme.

Rek: Du bist ja aktuell wieder sehr umtriebig. Welche Themen beschäftigen dich momentan?
FFM: Ach, weißt du, da musst du doch nur mal das Internet anmachen, nicht wahr? Mich beschäftigt alles. Alles alles.

Rek: Und, wie voll ist das Glas?
FFM: ….. ach – weiß ich nicht. Es läuft über, glaub ich. Ist mir aber auch egal. Recherchier das doch mal ordentlicher, das mit deinen Fragen und so.

Rek: Warum egal? Langeweile?
FFM: Wahrscheinlich, ja. Da fällt mir jetzt grade … aber nein. Ich werde jetzt hier keine großen Reden über Buñuel schwingen. Da würde das ganze dann sonst nämlich von meiner Seite zu philosophisch werden, nicht wahr. Das soll ja nun auch nicht sein.

Rek: Ist schon ok.
FFM: Nein, ist es nicht.

Rek: Vielen Dank.
FFM: Bitte.

Friede F. Mathilda (* ca. 1980er) lebt und arbeitet zur Zeit in Barcelona & Paris.
Ideen, Materialien & Methoden schwanken ebenso wie die Inhalte des künstlerischen Ausdrucks. Weitere Konzepte & Arbeiten für die Jahre 2017 – 2039 befinden sich in Planung.

Der Rekorder ist eine Kneipe (eine Kunst- & Kulturkneipe, okay okay …), und in Kneipen wird getrunken. Und geredet. Bis zuletzt dann so viel getrunken wurde, dass nicht mehr geredet werden kann. Aber Kunst? Jaja, doch – das geht. Und keine Angst, Kunst hängt bei uns einfach nur an der Wand: Kann man sich anschauen, wenn man will. Darf man auch drüber reden. Oder sich drüber lustig machen. Oder schlicht mit Missachtung strafen. Muss man aber auch nicht. Vor allem aber ist die Kunst im Rekker eines: Jeden Monat neu! Betrachtet den Künstler des Monats als eine kleine, leise Institution, die schon vielen KünstlerInnen Raum geboten hat (und das weiterhin tun wird) – ganz zum Amüsemäng von uns Kneipenfreunden. Insofern – Vorhang auf für den Künstler des Monats September: Ulrik Schreckert.

Rek.: Willkommen! Wir haben September – herrje, schon wieder. Kinder, wie dir Zeit vergeht. Ulrik – was ist dein Lieblingsmonat? Warum?
US: Sommeranfang, Juni. Ich kann mit dem Winter nicht viel anfangen…

Rek.: Grundschule – lange her. Dein Eintrag ins „Alle meine Freunde-Buch“: Wenn ich groß bin, werde ich … ?
US: Natürlich Feuerwehrmann…

Rek.: 29., 30., 31. – Spaghetti mit Tomatensoße. Alternativen?
US: Kibbeling im richtigen Ambiente, das heisst in den Niederlanden an einer Fischbude am Meer.

Rek.: Unser Fenster zum Hof klemmt mal wieder. Zeit für eine neue Perspektive. Was siehst du so, wenn du die Ellenbogen in das Kissen drückst und raus in die Welt schaust?
US: Ich sehe, dass es momentan viele Menschen mit fragwürdigen Ansichten gibt.

Rek.: Und, wohin geht die Reise?
US: Sie geht hoffentlich kreuz und quer und über alle Grenzen hinweg.

Rek.: Na gut. Kommen wir dann zu den obligatorischen Kneipenfragen: Lieblingsdrink? Und: Ist ein Tresen eigentlich mehr als die Summe seiner Teile?
US: Wenn es nicht alkoholisch sein soll: Vichi Katalan und eiskaltes Malzbier. Wenn es alkoholisch sein soll: Belgische Biere. Ansonsten, ich bin kein Tresentyp. Die besten Runden entwickeln sich am Küchentisch.

Rek.: Abends, der Tag hat vielleicht noch eine Stunde. Endlich: Ein gutes Buch. Ist das so? Wenn ja, was liest du? Was ist dein Genre
US: Zur Zeit leider nur Stoff für die Uni. Ansonsten bin ich offen, bis auf Krimis, Thriller, Phantasie- und Liebesromane…; )

Rek.: Mal was anderes. Kategorie Philosophie. Erklär uns doch mal die Welt. Eli5: Was ist „Zeit“?
US: Die Welt ist alles, was du wahrnimmst. Die Zeit ist nur eine Erfindung des Menschen. Nimmt die Zeit nicht so ernst. Schau nicht immer zurück, sonst verlernst du bewusst zu genießen und zu erleben.

Rek.: Hat der Wahnsinn Methode?
US: Wenn der Wahn Sinn macht, hat er Methode. Aber das ist eigentlich nicht spannend. Deswegen, Wahnsinn ist immer dann spannend, wenn man ihn nicht erwartet.

Rek.: Ja sag mal, ist es denn schon wieder so weit?
US: Ich sag doch, nimm die Zeit doch nicht so ernst.

Ulrik Schreckert, geboren in Bochum. Lebt seit Jahren in Dortmund. Ist Diplomierter Grafik Designer. Verheiratet, ein drei jähriges Kind. Nun Master Student auf Lehramt in Kunst und Sozialwissenschaft.