Mittwoch, 16. April 2014 • 20:00 Uhr
Lesung: Selim Özdogan

Selim Özdogan bringt alles auf den Punkt: Vergessene Bräuche, Gerüche, Gesichter und Redewendungen … Welch eine Poesie, welch ein Verstand, welch eine Reflexion wird mit dieser Erzählung freigesetzt!“ – Fatih Akin

Das nennen wir mit voller Überzeugung einen Höhepunkt unseres bisherigen Programms: Am 16.4. schlendert Selim Özdogan die Treppen des Rekorders herunter, um in unserem Keller zu lesen. Der in Köln wohnende Wortfinder, der schon mehrmals Gast bei Ekamina im benachbarten Sissikingkong war, liest an diesem Abend vor allem aus drei Büchern: Zum einen wird er seine beiden aktuellen Bücher „Was wir hörten, als wir nach der Arbeit suchten“ und „DZ“. Auf den innigen Wunsch der tOnbande hin, liest er an diesem Abend auch aus seinem Erstling „Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist“, dessen Veröffentlichung mittlerweile fast 20 Jahre zurück liegt. Dementsprechend hat Selim Özdogan auch lange nicht mehr aus diesem Roman gelesen. Wir, die wir diesen Roman so sehr mögen, freuen uns, dass er auf unseren Wunsch eingegangen ist und an diesem Abend aus dem Buch lesen wird – aus diesem Buch, dass nur so trieft von der Intensität des Lebens.

WAS WIR HÖRTEN, ALS WIR NACH DER WAHRHEIT SUCHTEN

25 Besprechungen von Platten, die es nie gegeben hat: Selim Özdogan entwirft die Musikgeschichte der letzten Jahrzehnte neu und beschreibt, was sie im Innersten zusammenhält: Rausch und Resignation, Aufbruch und Ausverkauf, und die Sehnsucht nach der befreienden Kraft des Klangs.

DZ

„Wir kommen aus der Unendlichkeit, deswegen sehnen wir uns nach ihr, heißt es bei Selim Özdogan an anderer Stelle. Vielleicht ist es diese Sehnsucht, die uns träumen, singen, lieben, verzweifeln oder Drogen nehmen lässt. Und die sich auch immer wieder in seinen Geschichten, Texten und Romanen wiederfinden lässt.

Auf der Suche in DZ geht es um mehr als Drogen, ihre Wirkungen, ihre Verlockungen, ihre Grenzen, ihre Endlosigkeiten und ihre Gefahren. Denn um seinen Bruder zu finden, muss Ziggy nicht nur immer tiefer in Chatrooms und Foren, in die Welt der illegalen Substanzen eindringen. Er muss auch seine Gewohnheiten und Sicherheiten überdenken, andere Blickwinkel nutzen und andere Sichtweisen gewinnen. Gleichzeitig taucht in der DZ eine neue Droge auf, die neue Einblicke und vielleicht neue Einsichten verspricht. Und dies bleibt auch für Damian nicht ohne Folgen.

Es beginnt eine Suche, an deren Ende alles stehen könnte. Oder alles verloren sein könnte. Wenn es denn etwas zu verlieren gibt.

Wie so oft kann man die Bücher von Selim Özdogan auf verschiedene Weisen lesen. Dieses zum Beispiel als Buch über Drogen. Oder über Familienbande. Oder über Partnerschaften, Liebe und Träume, oder über Wahn und den Vorstellungen davon. Über Ideen, die sich in vielen Religionen wiederfinden lassen. Über Klang, Musik und deren Wirkungen. Oder einfach als wundervolle Geschichte, die in warmen Worten und Farben einen Klang, eine Musik beschreibt, zu fassen versucht, die jeder anders hört, die aber jeder hört und damit die Individualität eins werden lässt.“

Björn Schwede, Testleser

ES IST SO EINSAM IM SATTEL, SEIT DAS PFERD TOT IST

„No risk – no fun“ – eines Tages entdeckt Alex diese vier Worte in einer Kölner Kneipe. Man muß etwas riskieren können, sagt er sich, und obwohl er gerade das nicht riskieren wollte, ist er auf einmal in die Studentin Esther verliebt. Plötzlich ist es da, das Gefühl, unbesiegbar und unsterblich zu sein, jung und stark. Aber während er noch meint, ganz oben zu schweben, saust er schon abwärts ins Chaos der Einsamkeit, von nichts begleitet als Coolness und seinen Sprüchen.

Sich vorlesen lassen:

https://soundcloud.com/wortmachtklang

Audioblog:

http://worte2014.tumblr.com/

www.selimoezdogan.de

Ab 20 Uhr werdet ihr reingelassen. Um 21 Uhr geht’s los.

Eintritt: 5 Euro