März: Edwin Innocent

Vorhang auf für die Kunst des Monats März: Edwin Innocent

Rek.: Willkommen, willkommen, willkommen!

E.I.: Es ist Rosenmontag. Die Stadt ist voll mit Leuten, die einmal im Jahr sie selbst sein dürfen. Was denkst du?!

Rek.: Und so machen die Kleider dann wohl die Leute. Wie ist das denn bei dir – bleibt der Unschuldige gerne maskiert?

E.I.: Das ist keine Frage der Unschuld. In der Akustik z.B. bezeichnet es den Umstand, dass leisere Töne durch lautere verdeckt werden (Maskierungseffekt). Wir reagieren bei allem zuerst eher auf den dominanteren Reiz. Interessant wird es aber dann, wenn man sich angewöhnt, dahinter zu hören oder zu schauen. Aber das bleibt ja jedem selbst überlassen.

Rek.: Hinter die Dinge zu schauen ist immer interessant, auf jeden Fall. Auch wenn dort dann oftmals nur Staub liegt – auch nicht weniger reizvoll. Und manche Dinge sind einfach von Anfang an Shiny Toys, nicht wahr? Die fallen einem einfach buchstäblich ins Auge. Was liegt dir denn auf der Linse?

E.I.: Na z.B. das Superstar-Image vieler Staatsoberhäupter – ein bisschen Profilneurose braucht man wahrscheinlich, um überhaupt so weit zu kommen. Aber hey, das sind keine Popsternchen, bei denen der Hype um einen schlechten Song irgendwann ohne ernste Konsequenzen vorübergeht. Die sollen Gesellschaft prägen.  S’gibt inzwischen wohl mehr Groupies als Wähler …

Rek.: Ok. Ja, es wird viel von den Dächern getwittert … wo war ich? Ach ja –

pass auf, scheiss Überleitung, aber immerhin! Du hast die Wahl: Wenn du müsstest, würdest du lieber gegen 50 entengroße Pferde kämpfen, oder gegen 1 pferdegroße Ente?

E.I.: Ich glaub, ich würd lieber nur einen überlisten müssen – kann zwar auch schiefgehen, aber Crowd-Sourcing birgt unschätzbares Kapital …

Rek.: Ah ja, da sagst du was. Ansonsten: Vielleicht die 50 entengroßen Crowd-Sourcing Pferde einfach out-sourcen – noch mehr schief gehen kann ja eh kaum. Aber was rede ich hier eigentlich? Sag du’s mir: Sinn oder Verstand?

E.I.: Ich denke, wir haben die wesentlichen Inhalte mit genügend shiny words maskiert. Lass jetzt mal die Ausstellung sehn und ’n Bier drauf trinken. Einverstanden?

Rek.: Keine Frage.