August: Rahel Grothus

Der Rekorder ist eine Kneipe (eine Kunst- & Kulturkneipe, okay okay …), und in Kneipen wird getrunken. Und geredet. Bis zuletzt dann so viel getrunken wurde, dass nicht mehr geredet werden kann. Aber Kunst? Jaja, doch – das geht. Und keine Angst, Kunst hängt bei uns einfach nur an der Wand: Kann man sich anschauen, wenn man will. Darf man auch drüber reden. Oder sich drüber lustig machen. Oder schlicht mit Missachtung strafen. Muss man aber auch nicht. Vor allem aber ist die Kunst im Rekker eines: Jeden Monat neu! Betrachtet den Künstler des Monats als eine kleine, leise Institution, die schon vielen KünstlerInnen Raum geboten hat (und das weiterhin tun wird) – ganz zum Amüsemäng von uns Kneipenfreunden. Insofern – Vorhang auf für die Künstlerin des Monats August: Rahel Grothus.

Rek.: Was leichtes zum Einstieg. Stell dir vor: Heute Abend, Last-Minute-Flug, freie Auswahl. Wohin geht’s?
RG.: London. Ist lange her, dass ich geflogen bin, da fange ich doch mal mit einem „Kurzstreckenflug“ an.

Rek.: Was hast du drauf? Was ist dein Special_Move?
RG.: Was ist ein Special_Move? Verwirrung stiften, das Patriachat ist Schuld.

Rek.: Von Gastronom & Kneipenfreund zu Kneipengast & Künstlerin:
Lieblingsdrink? Und wenn du schon dabei bist – erzähl uns doch eine Suff-Anekdote.
RG.: Lieblingsgetränk: Bier. Anekdote: Sascha. Die Geschichte ist spitze, aber zu lang und nicht witzig für Dritte.

Rek.: Du kennst doch bestimmt eine schöne Fabel, ein schnelles Märchen. Schieß los!
RG: Robotermärchen – die Uranohren! Da ging es um einen König und seine Untertanen. Der König unterdrückt die Untertanen, da er eine Verschwörung gegen ihn bemerkt und möchte diese verhindern. Die Untertanen haben aber kein Bock drauf und organisieren sich. Sie besorgen sich Ohrenschützer (Uranohren), damit der König sie nicht mehr kontrollieren kann. Und es endet mit einer Riesenexplosion, der König fliegt ins Weltall und stirbt. Der Rebellenanführer Pyron wird gefeiert und es gab noch irgendeine Redensart am Ende, irgendwas mit Henker…

Rek.: Guilty Pleasure?
RG: Geiler Song von Gavlyn.

Rek.: Warum warst du Mutters Liebling?
RG: War und bin ich bis heute nicht.

Rek.: Was hast du als Kind erfunden, was es schon gab?
RG: Es gibt nur Erfindungen die es nicht geschafft haben. Wie z.B. ein Auto für einen Baum. Oder der Duden zum Thema „Rahelianisch verstehen“. Der wird ständig weiter geschrieben. Es wird wohl nie ein Ende geben.

Rek.: Deine beste Lüge? (technisch & inhaltlich)
RG: Alle Menschen sind gleich alt und gleich groß. Ich belüge mich da wohl selbst.

Rek.: Dein „Peter-Pan-ist-tot-Moment“?
RG: Wo soll ich denn da anfangen? Es reicht ja schon beim Kundendienst für’s Internet anzurufen oder Geld für Essen zu bezahlen… Tschuldige, da könnte ich jetzt weit ausholen.

Rek.: Letzte Frage. Dein uncoolster Skill?
RG: Ich kenne mich äußerst gut mit Wäsche machen aus.

Rahel Grothus, geboren 1986, lebt und arbeitet zur Zeit in Dortmund und manchmal in Bielefeld.